Der perfekte Übersetzungsauftrag

Hier kommen 3 Punkte, mit denen Sie die Übersetzungsqualität erhöhen und Rückfragen minimieren können – und nebenbei Ihrem Übersetzer das Leben viel einfacher machen. Mehr zum Zusammenhang von Qualität und klarem Übersetzungsauftrag hier.

1. Nennen Sie die gewünschte Zielsprache

Man könnte meinen, es sei selbstverständlich, aber ich sage es aus aktuellem Anlass trotzdem noch einmal: Ich muss wissen, in welche Sprache ich den Text übersetzen soll.

Für Bonuspunkte geben Sie auch die regionale Variante der Zielsprache an:

  • Französisches, belgisches, kanadisches, kongolesisches, … Französisch?
  • Britisches, amerikanisches, australisches, … Englisch?
  • Deutsches, österreichisches, schweizer, … Deutsch? Oder gar Dialekte wie Hessisch, Kölsch, Sächsisch oder Bayrisch?

Entscheiden können Sie sich auch für globalisierte Sprache (möglichst viele Sprecher sollen den Text verstehen, verringerter Wortschatz) oder lokalisierte Sprache (die Sprecher einer Region sollen sich besonders angesprochen fühlen, Einsatz regionaler Wörter und Wendungen)?

2. Nennen Sie Zielpublikum & Zweck

Immer wieder vernachlässigt, weil beides scheinbar aus dem Text hervorgeht. Handbücher wenden sich an Benutzer, Success Stories an potentielle Kunden, Firmenleitfäden an Mitarbeiter und Spezifikationen an Ingenieure. Der Text soll informieren, zu etwas auffordern, etwas vorschreiben oder vielleicht Gefühle wecken.

Manchmal richtet sich die Übersetzung aber an eine andere Zielgruppe als das Original: Marketingmaterialien sollen in Land A Kunden zum Kauf anregen, in Land B aber auf Urheberrechtsverletzungen geprüft werden. Eine Werbeübersetzung ist normalerweise sehr frei, weil das Gefühl und die Message transportiert werden sollen, nicht die Worte. Die Rechtsanwälte wollen womöglich lieber sehr wortgetreu wissen, ob Inhalte Ihres Mandanten kopiert wurden. Ein Text, zwei Zielgruppen, zwei ganz andere Übersetzungen. Denken Sie bitte daran, wenn es soweit ist.

3. Stellen Sie das Original zum PDF zur Verfügung

Das Portable Document Format war schon immer dazu gedacht, ein unveränderlicher, auf jedem Endgerät gleich aussehender “Ausdruck” zu sein. Ja, man kann die Inhalte aus dem PDF extrahieren (schlimmstenfalls mit OCR). Dennoch: Selbst wenn das wie Phönix aus der Asche aufsteigende Word-Dokument dem PDF ähnlich sieht, findet sich der Bearbeiter bei mehrspaltigen Layouts oder Tabellen regelmäßig in der Formatierungshölle wieder.

In den meisten Fällen ist es sicherer, zuverlässiger, zeitsparender, nervenschonender und besser, dem Übersetzer die Datei im Originalformat zu schicken. Auch wenn Sie ein obskures Branchenformat als PDF-Quelle benutzen: Fragen Sie, ob Ihr Übersetzer es direkt lesen kann.

Weiterführende Links: 7 tips for your project (Lingohub)

Christopher Köbel

IT / IT-Marketing / Tech in DE / FR / EN defrent.de | XING Profil

Veröffentlicht in Deutsche Beiträge, Howtos in Deutsch Getagged mit:
0 Kommentare zu “Der perfekte Übersetzungsauftrag
2 Pings/Trackbacks für "Der perfekte Übersetzungsauftrag"
  1. […] kommen nach Teil 1 (Zielsprache, Publikum und Zweck nennen, kein PDF) und Teil 2 (gute Ausgangstexte, eindeutige Einheiten, Glossar/Abkürzungsverzeichnis) noch 3 […]

  2. […] kommen nach Teil 1 (Zielsprache, Publikum und Zweck nennen, kein PDF) noch 3 Punkte, mit denen Sie die Übersetzungsqualität erhöhen und Rückfragen minimieren können […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*